Cyclelife BLOG

14 Mai 2017

Rad am Ring – Hockenheim

Gestern der Auftakt zur Rad am Ring Saison 2017. Sozusagen als Warm up für das Juli Event in der grünen Hölle der Eifel, der Hockenheimring. Rein vom Höhenprofil betrachtet ist der Hockenheim genau meine Kragenweite. Ich glaube wir bewegen uns da konstant auf der 0 Linie. Anfahrt in Ronnys Familienkutsche bereits ein Fest, ich hatte keine Ahnung wie viele Filialen diese Fastfoodkette entlang der Autobahn zu bieten hat. Man beachte die bewusste Verwendung des Präteritums an dieser Stelle. Merci Ronny, ich bin jetzt im Bild.

Hockenheim ist von der gesamten Größe ja eher eine Nummer kleiner als die Nordschleife der Eifel, eine fast familiäre Veranstaltung. Startunterlagen abholen, Rührkuchen essen, Freunde treffen, Rührkuchen essen, Small Talk, Rührkuchen essen, Espresso holen, Räder vorbereiten, hatte ich schon Rührkuchen erwähnt? Losrollen. Ich glaube, ich hatte bereits vor dem Start soviel Dextrox Energie Riegel und Rührkuchen intus, meine Energiebilanz ist für die kommenden vier Wochen unterhalb der Wasseroberfläche.

Let´s go

Vor uns waren Motorräder auf dem Ring, welche in der Tat auch schön anzusehen gewesen sind. Allerdings würde mich persönlich auf Dauer der Krach um den Verstand bringen. Das geht mir im Sommer in den Bergen schon immer so, wenn man in aller Ruhe einen Pass hochstrampelt und dann kündigt sich von unten ein röhrender Motor an. Ich kann beim besten Willen nicht nachempfinden, wie jemand es genießen kann die Stille der Natur mit so einem Gebrüll zu zerstören. Na ja, jeder Jeck ist anders.

Das Rennen selbst lief super an, sonderlich ambitioniert war ich natürlich nicht, aber im Feld rollte es sich wirklich hervorragend. Das muss man schon mal erleben, wie mühelos man da auf einen Schnitt um die 40 kommt, ohne sich wirklich ins Zeug zu legen. Einfach weil der Sog einen mitzieht, ich kann es gar nicht sagen.

Gestartet wurde in zwei Gruppen, erst die Akteure für die 120 km, dann wir Spaßvögel, die sich für die Sprit sparende 60 km Variante entschieden hatten. Der Haken an der Geschichte war allerdings, dass in dem Moment, in dem die 120 km Leute, welche auf dem Gas standen, die “Langsamen” überholten, die Bahn sehr, sehr eng wurde. Das ist schon ein spezieller Moment, wenn man selbst 38-40 Sachen auf dem Tacho hat und plötzlich schießt rechts neben einem ein Feld von Fahrern vorbei, die mal locker 10-20 Anschläge mehr auf die Nadel bringen.

Wing Commander Thorsten

Allerdings, wie erwähnt, es wurde eng. Da lernte man sich nochmal ganz neu kennen, wenn man auf Tuchfühlung geht. Zu dem Zeitpunkt habe ich die Kamera dann auch in der Trikottasche verschwinden lassen und mich auf das Tagesgeschäft konzentriert. Zumal sich auf den wenigen Kilometern der Runde die Unfälle zu diesem Zeitpunkt bereits häuften. Gefühlt knallte es an jeder vierten Kurve und die Stimmung im Feld wurde in jeder Hinsicht angespannter, dass kann man nicht anders wiedergeben. Jeder hatte für jeden gute Tipps, wie er zu fahren und sich zu verhalten hat. Einzige Norm die es dabei zu geben schien: “Ich fahre richtig, alle anderen sind Idioten.” An das Gefühl dieser Regel hielt sich dann dafür aber auch nahezu jeder und verteilte Kommandos.

Trauriger Höhepunkt in Runde 6, in welcher es zu einem schlimmen Unfall kam. In dessen Folge musste der Hubschrauber kommen und das Rennen wurde abgebrochen. Eine Stunde später kam es zu einem Neustart, aber angesichts der Ereignisse entschieden sich nicht wenige dagegen. Auch Wing Commander Thorsten hat es auf der Piste erwischt, allerdings ist er zum Glück mit ein paar Schürfwunden davon gekommen. Gute Besserung Thorsten!

Für mich persönlich war das Rennen nach dem Unfall in Runde 6 auch beendet. Ich freue mich auf Rad am Ring in der Eifel, dort ist die Lage ja allein schon aufgrund der Länge der Strecke deutlich entspannter und bei einem 24 h Rennen zieht sich das Feld auch von selbst auseinander. Trotzdem hat Hockenheim mal wieder gezeigt, man darf sich selbst nicht überschätzen und so ein Rennen im Feld nicht unterschätzen.

 

ben-jorga

5 comments

  1. Tolle Eindrücke von diesem Event. Musik m.E. zu chillig.

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  2. Also eure Gruppe wird definitiv eingeladen 😉
    Schönes Video! Spannend die Instagramer mal life in Action und nicht nur auf Fotos zu sehen.

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  3. hey ben, mal wieder ein super spannend geschriebener blog-eintrag… sollte ich doch ein wenig mehr respekt vor unserem team-einsatz beim eifel-rennen haben?? klingt ja doch nicht ganz so ungefährlich.. und die anja hat ja erst einen nicht ganz unglimpflich ablaufenden sturz hinter sich. (werde ihr deinen eintrag jetzt mal nicht gleich unter die nase halten, auch wenn er echt gut geworden ist).

    think positiv!

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  4. das zweite Bild (Start/Ziel) ist Weltklasse!

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  5. Hallo Ben, sehr schöne Bilder und wie immer beeindruckende Kameraführung. Wie machst du das, hast du ne Go pro oder mit dem Handy und Selfiestick ,? Frage ich mich immer, denn aus den Perspektiven wo man dich sieht und dann aufs Hauptfeld scheint die Kamera zu schwenken aber ohne dass der Arm “verknotet”

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