Höllenpforte

STRECKENDATEN

Hier werdet ihr mit allen Kerndaten zur Strecke versorgt. Immer daran denken, noch könnt ihr eine andere auswählen! 🙂

DISTANZ

113 Kilometer

HÖHENMETER

982 Meter

KOSTBARKEITEN

STRECKENBESCHREIBUNG

Strecke Riedbergpass
Aufwärts, immer aufwärts …

Der Riedbergpass. Mein fixer Gedanke war: Mal was Neues, um aus dem Allgäu heim zum See zu kommen. Ein völlig neues Erlebnis war es, dass steht fest!

Und das es mal etwas so ganz anderes sein würde wurde mir dann auch ganz schnell klar. Das besagte Tor zur Hölle offeriert zunächst ein wenig Ferienpark-Ambiente. So stellt man sich die Zufahrt zu einem echten Pass vor: Ein steinernes Tor, dicht umwuchert von allerlei Gewächs, mystisch, ruhig, episch. Im Hintergrund türmt sich ein Berg auf, man kann gerade noch den weiteren Verlauf der Straße erkennen, welche sich hinter dem Tor zur Seite windet und im Nirwana verschwindet.

Super!

So berauscht man beim Passieren des Tores ist, so sehr wünscht man sich nur wenige Metern später dorthin zurück. Hätte man doch zumindest ein bisschen mehr Informationen über diesen Pass gesammelt, bevor man sich im jugendlichen Leichtsinn darauf einlässt ihn zu bezwingen. Dann nämlich passiert man das Schild „16 % Steigung auf den nächsten 4 Kilometern“.

Kurz schießen einem Erinnerungsfetzen durch den Kopf ” … höchster Pass Deutschlands … knackige Rampe …”. Noch ehe man die Gedanken wieder ganz beisammen hat, schiebt sich die Straße nach oben, … höher …, höher …, mein Garmin zeigt 10% – 12% – 14% – 18% – 20 % … Beine brennen, Atem schwer, Atem weg, kann doch gar nicht sein! Das Teil spinnt doch … mein Puls spricht eine andere Sprache, scheint zu stimmen.

Was für ein riesen Mist!

Ich lerne meinen neuen Maximalpuls kennen und das waren gerade die ersten 500 Meter, mein Gott! Da ist eine Parkbucht, ich sollte kurz anhalten, das kann man nur in Etappen schaffen. Aber wenn ich da halte, steige ich nicht wieder auf. Eine weiter, eine Parkbucht geht noch. Es hat keinen Zweck, ich muss umdrehen. Selbst wenn ich irgendwann oben ankomme, heim nach Konstanz schaffe ich es auf keinen Fall mehr. Der Entschluss ist gefasst, umdrehen … zurück … , einfach jetzt drehen, den Lenker rum und dann irgendwie wieder über Sonthofen und den Sulzberg. Aber da muss ich ja auch wieder hoch und hier habe ich ja schon 500 Meter, jetzt vielleicht schon 600 Meter …, ich kann nicht mehr.

Nicht denken, immer weiter, weiter.

Ich bekomme die Handlung nicht umgesetzt. Weiter, etwas weiter, vielleicht noch eine Parkbucht? Das Garmin fällt wieder auf erfreuliche 16 %, so war es versprochen und so schaffe ich es eigentlich auch nicht. So erfreulich sind 16 % gar nicht. Himmel! Das ist ja völlig bescheuert, wer baut denn solche Straßen??!

Etwa 1,5 – 2 km geht dieser Abschnitt. Ihn lediglich als Rampe zu bezeichnen wäre nicht fair. Sicher gibt es Fahrer, die es mit diesem Heldenlächeln als „bisserl schwierig“ einstufen würden. Für mich war es extrem schwierig und die 2 Fahrer, welche ich oben am Pass kennenlernen durfte, sahen das ähnlich. Ich hätte ihnen zugestimmt, hätte ich dazu die Luft gehabt.

Nach diesen 1-2 km pendelt sich die Steigung auf 10 – 14 % ein und es ist ein merkwürdiges Gefühl, wie sich die eigene Wahrnehmung verändert. Irgendwann denke ich für mich: „Herrlich! Luft holen!” Toll, so ein wenig Sauerstauf, mein Puls fällt wieder, wenn auch bescheiden. Ein Schielen auf das Garmin spricht noch immer von 10 % Steigung. Normalerweise ein nicht gerade beliebter Anblick für mich diese 10 %, aber wie glücklich man doch darüber ist, wenn man die Hölle kennt.

Hat sich der Puls etwas gefangen, ist der restliche Pass gut zu fahren. Die Steigung schwankt zwischen 7 – 12 %, alles wunderbar und die Aussicht ist herrlich. Das Beste ist, fährt man die Strecke wie ich, also aus dem Allgäu zurück nach Konstanz, dann geht es ab der Passhöhe eigentlich permanent bergab zum Bodensee und bergab liegt meine Stärke.

Zwischendurch kommt ein kleiner, aber wirklich sanfter Anstieg am Schwarzberg. Wunderbar zu meistern und im Anschluss wartet noch eine ganz herrliche Passage, wenn der Autoverkehr durch den Archraintunnel gelockt wird und man mit dem Rad rechts in Richtung Schwarzach abbiegen „muss“. Eine wirklich super Strecke, sehr ruhig zu fahren und wildromantisch.

Durch das Rheintal schlängelt man sich in diesem Fall, sehr still und leise, einmal quer durch und hält sich anschließend am See bis Konstanz.

BODENSEE RENNRAD
Tourdaten
Spass
70%
Panorama
70%
Espresso
50%